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Hört auf jeden Scheiß zu veröffentlichen


Diese zugegebener Maßen etwas plakativ, angreifende und direkte Überschrift wird vielleicht den ein oder anderen konsterniert zurücklassen, hat jedoch einen wahren Kern.

Der Bereich der Entertainmentfotografie - speziell Konzertfotografie ist nicht nur überlaufen, er ist übervoll. Ja warum mach ich das dann? Weils Spaß macht - eine Antwort, die von 99% aller Fotografen kommt. Ist ja auch richtig. Das Problem an der ganzen Sache ist einfach, es gibt zu wenig herausragende Qualität.

Ein wichtiger Bestandteil der eigenen Arbeit ist die Selbstvermarktung. Heute erfolgt dies zumeist über die Social Media Kanäle und eine eigene Homepage. Die Facebook Gruppen zum Thema Konzertfotografie sind derart voll, dass man sich dreimal überlegt ob man dort etwas postet.

Dort gibt es drei, vielleicht vier Typen von Menschen:

1. Die Mitleser.

Diejenigen die sich informieren wollen und eventuell ein paar gute Fotos sehen wollen.

2. Die Qualitätsposter.

Diejenigen, die ab und zu mal ein oder zwei Fotos von Konzerten posten. Das sind die Fotos die einen schlicht wegblasen, weil man denkt, was macht der da?

3. Die Vielposter.

Diejenigen, die meinen Gruppen mit 40-50 Bildern vollzuspammen, weil es ja alles geile Fotos sind.

4. Die Aufmerksamkeitsheischer.

Die Kollegen, die nur auf eins aus sind: möglichst viele Klicks und Likes. Für fünf Minuten Fame tun diese Poster alles. Die Fotos werden auf jeder Plattform gepostet, hauptsache man bekommt ein paar Minuten Aufmerksamkeit.

Zu der Zeit als ich anfing, traf ich einen alteingesessenen Fotografen der mir verschiedene Ratschläge mit auf den Weg gab. Der Erste: "poste nicht jeden Scheiß". Der Zweite: "wenn du bei den berühmten drei Liedern mal 400-500 Fotos schießt, dann hast du bei der Auswahl 50 Fotos, die du als gut bezeichnest. Davon sind vielleicht 25 die du als sehr gut auswählst - richtige Hammerfotos sind vielleicht 5 bis 10. Und das ist dann schon viel."

Ich habe bei den Typen 3 und 4 oft das Gefühl, die sind so von ihrer Arbeit überzeugt und so von ihrem Hobby geblendet, dass sie nicht mehr kritisch auswählen. Gleichzeitig sind diese Leute äußerst schnell gereizt, wenn man ein Foto kritisiert. Dabei kann ein konstruktiver kritischer Diskurs zu besseren Ergebnissen führen.

Kommentare wie "ich arbeite halt nicht nach Standard" oder "ich mache anderes als jeder x-beliebige Fotograf" ist keine Floskel, die inflationär verwendet werden sollte. Klar kann jeder andere Wege gehen und andere Motive auswählen, doch kann man sich schnell dahinter verstecken um schlechte Arbeit als Kunst zu verkaufen.

Klar ist das Kunst...oder kann das auch für Andere einfach weg? Glücklicherweise ist alles nur eine Geschmacksfrage.

In jedem Fall sollte sich viele diesen Rat zu eigen machen. Wählt kritischer aus, postet nur 1 maximal 2 Bilder pro Konzert und nicht 50 pro Tag. Die Leute schätzen Qualität mehr als Quantität

Mir ist bewusst, dass viele Leute, die nicht wie ich journalistisch Arbeiten und dennoch auf Konzerten fotografieren auf Klicks und Reichweite angewiesen sind. Darum geht es mir nicht.

Mir geht es vielmehr darum, dass sich die Kollegen bewusst sind, dass ihre Aussenwirkung nicht die Beste ist, wenn sie Profi sein wollen, aber unscharfes und total verrauschtes Material liefern.


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